Am 25.07.08 um 15.00 Uhr erschien bei Martin ein Gastartikel von Sebastian Kemmer über Ringlichter. Seitdem ging mir das Ringlicht nicht mehr aus dem Kopf.
Blogeinträge und Bauanleitungen für Ringlichter gibt es ja eigentlich genug im Web. Und trotzdem möchte ich in diesem Artikel versuchen die Vorteile eines Ringlichtes aufzuzeigen und eine kleine Bauanleitung zum Besten geben.
Vorteile eines Ringlichts:
Ein kleiner, aber dennoch netter Effekt beim Einsatz eines Ringlichts ist die kreisrunde Spiegelung des Lichtes in den Augen des porträtierten. Durch das ständig brennende Licht verkleinert sich die Pupille, was die Augenfarbe besonders hervorhebt (da meine Augen eh nur „allerweltsbraun“ sind erspare ich euch Fotos davon).
Besonders schön ist aber die gute Ausleuchtung. Da das Licht etwas größer als der Kopf ist bekommt man eine schöne, weiche Ausleuchtung und kaum Schatten, was ein wenig in die Richtung eines Glamour Glows geht.
Des weiteren ist die Ausleuchtung recht „kurz“, das heißt je größer die Entfernung wird desto mehr verschwindet das Gesicht (bzw. der Kopf) im Dunkel. Der Fokus liegt also vollkommen auf dem Gesicht.
Nachfolgend ein paar erste (Test-) Beispielbilder:
Bauanleitung:
Ich scheue mich meist Anleitungen aus dem Web umzusetzen, da ich erstens mit Strom/Elektrik/Licht überhaupt keine Erfahrung habe und es zweitens aus irgendeinem Grund nicht funktioniert (was wohl mit Punkt 1 zu tun hat…).
Gestern bin ich aber doch noch bei einem namhaften Geschäft für Elektronik und Technik vorbeigefahren und habe spontan die „Zutaten“ für mein Ringlicht gekauft.
Zu aller erst aber: wie soll unser Ringlicht aussehen? Mein Ringlicht hat einen Durchmesser von 35cm mit insgesamt 9 Lampen à 25 Watt. Das Loch in der Mitte hat einen Durchmesser von 24cm. Die Platte auf der die Lampen aufgeschraubt sind ist mein alter Wohnzimmertisch. Der wäre sowieso auf dem Sperrmüll gelandet. Die Platte ist ca 1 cm stark und massives Holz. Es muss aber keine Vollholzplatte sein, ich habe schon Anleitungen gefunden die ein Ringlicht auf einem Karton bauen.
Aus dem Baumarkt oder Elektronikgeschäft benötigen wir noch:
1 x Lichterkettenkabel (1,5 Meter; der Meter für ca. 2€),
9 x E14 Illuminationsfassungen (ca. 1,50€/Stück),
9 x 25 Watt Lampen (darauf achten, dass sie für E14 Fassungen sind, ca. 1€/Stück)
1 x Stecker (evtl mit Schalter, damit man den Stecker bei kurzen Pausen nicht immer aus der Steckdose ziehen muss, ca. 1,50€)
Die E14 Illuminationsfassungen haben den großen Vorteil, dass die Kontakte auf der Unterseite der Fassung einfach auf das Lichterkettenkabel aufgesteckt werden.
Als erstes habe ich 2 Kreise auf die Holzplatte gezeichnet welche ich dann mit der Stichsäge ausgeschnitten habe. Der äußere Kreis hat einen Durchmesser von 35cm, der innere (das Loch) einen Durchmesser von 24cm.
Danach befreien wir ca. 5cm der Drähte des Lichterkettenkabels von der Außenisolierung (der grüne Gummi) und ungefähr einen halben Zentimeter legen wir komplett frei und schrauben den Stecker daran.
Als nächstes verteilen wir die Fassungen gleichmäßig auf dem Kabel und schrauben diese fest. Es bietet sich an schon jetzt die Lampen reinzudrehen und zu testen ob alle funktionieren (bevor das Kabel auf den Holzring geschraubt ist).
Wenn alles passt bleibt nur die Fassungen mitsamt dem Kabel auf den Holzring aufzuschrauben.
Das andere, offene Ende des Kabels noch isolieren, einstecken – freuen!
Das ganze hat ungefähr eine halbe Stunde gedauert (mit einem Akkuschrauber und einer Stichsäge (wer jede Schraube von Hand eindreht und die Platte „manuell“ sägt braucht bestimmt länger!)
Zusammengebaut sieht das ganze dann so aus:
Ich hoffe, dass ich den einen oder anderen dazu animieren konnte sich selbst auch ein Ringlicht zu bauen!











































Nachteile eines Ringlichts, Frodo?
Ruft Ringgeister herbei, Merry.
Also Obacht!
Vor allem im Umgang mit HDR…
Wolf
nett meine Idee fruchten zu sehen
schöner Artikel! besser als meiner
Wer sich jetzt jedoch fragt, wo er den ganzen Kram herbekommt, so findet er in meinem Artikel einen Link. Ich habe damals sehr lang gesucht und im Baumarkt leider nichts finden können. Im Internet war dann der eine Anbieter eben am günstigsten.
und wo hast Du es her?
PS: heißt es nicht DIY (do it yourself) ?? Du hast im Titel als auch im Google Link DYI
DYI
Danke schön! 100x durchgelesen und trotzdem nicht gesehen….
Ich hab mein Material beim Conrad gekauft.
Das is echt ne coole Sache!
Bin total begeistert. Ich denk mal mich hast du zum Selbst/Nachbau animiert
So muss es sein! Toller Effekt bei kleinem Preis und wenig Aufwand!
Viel Spaß beim Basteln!
Ich hab das Setup auch schon einige Male gesehen, jetzt frage ich mich natürlich, wie die Leuchtkraft der Birnchen ist. Wie sind denn deine Einstellungen der Kamera wenn du Ringlichportraits machst, also Blende, ISO und Belichtungszeit?
Bitte sehr:
# Exposure Time (1 / Shutter Speed) = 1/250 second = 0.004 second
# Lens F-Number/F-Stop = 18/10 = F1.8
# Exposure Program = shutter priority (4)
# ISO Speed Ratings = 250
# Metering Mode = center weighted average (2)
# Light Source / White Balance = unknown (0)
# Flash = Flash did not fire
# Focal Length = 50/1 mm = 50 mm
hm, die pics sehen schon nice aus,aber bei allen spiegeln sich in den augen die einzelnen glühbirnen.
gibts da ne möglichkeit das zu vermeiden?
wie wird denn dieser effekt bei profi-geräten gehandhabt?
ist der effekt auch bei ringblitzen zu beobachten?
Das ist ja das was man neben der guten Ausleuchtung erreichen möchte:
(Siehe Vorteile eines Ringlichts)
Hey, das ist mal ein wirklich nett zu lesender Beitrag zum Thema DIY Ringlicht. Dein Aufbau ist wirklich DIY und hat nicht den Anspruch von Ingieneursleistung und Alu-Feinmechanikfräsung. Hut Ab. Bilder sind aussagekräftig, habe einen Kunden schon damit locken können, sich SO zu sehen und nicht in seinem Büro am Tisch..
greets chmee
——–”hm, die pics sehen schon nice aus,aber bei allen spiegeln sich in den augen die einzelnen glühbirnen.”
Das ist doch Haup Sinn und Zweck des Ganzen?!?!
Hallo,
Super Tutorial und echt überzeugende Ergebnisse (also Bilder sowie Ringblicht). Bin so, kurz davor in den Baumarkt zu fahren und es selber zu bauen (dem steht nur das Budget für Weihnachtsgeschenke im Weg).
Ich glaube ihr habt Jonny falsch verstanden:
Ich denke er meinte ob man es vermeiden kann das die Birnen einzeln zusehen sind, also das Licht wie aus einem Guß sich in den Augen wiederspiegelt und keine einzelnen segmente mehr zu erkennen sind.
Liebe Grüße
Cooper
Wie gesagt, das benötigte Budget ist recht klein, kannstes dir also quasi selbst zu Weihnachten schenken
Man könnte ja auch statt einzelnen Birnen auch nen Leuchtschlauch verwenden. Oder halt Photoshop …
Schöner Artikel, klingt wirklich einfach wenn man es so liest. Das Problem ist sowas selbst umzusetzen wenn man zwei linke Hände hat.
Experimentiere gerade viel mit meiner Kamera rum und möchte so eine kreisrunde Spiegelung in den Augen des Fotografierten hinbekommen. So ein Ringlicht scheint ideal dafür zu sein.
Naja kommt vielleicht wirklich auf nen Versuch an.
LG
Mario
Ist wirklich simpel, ich bin auch nicht gerade der begnadete Handwerker. Also einfach mal probieren!
Hey,
mir gefällt die Anleitung auch sehr sehr gut. Und ich bin auch kurz davor, mir so ein Ringlicht selber zu machen.
Allerdings habe ich in einem anderen Beitrag gelesen, dass dieser 20 Watt Lampen verwendet hat und diese zu stark waren, so dass das Model nicht mehr in das Licht schauen konnte. War das bei dir nicht der Fall?
Liebe Grüße
Sonja
Das freut mich! Ich verwende es zwar mittlerweile recht selten, aber wenn, ist es doch immer wieder super!
Zu deiner Frage:
Ich hatte schon das eine oder andere tränende Auge vor der Linse, vielleicht solltest du tatsächlich mit schwächeren Birnen arbeiten. Wenn man nach dem 3. Schuss fertig ist, ist es auch mit 25 Watt okay, sollte sich das Shooting aber ziehen und das Model eine Stunde auf das Ringlicht schauen, möchte ich nicht schuld an einer Netzhautablösung sein