Immer wieder stoße ich auf Beiträge in Foren oder Blogeinträge welche die Thematik der Authentizität von Fotos behandeln. Viele Leute beschweren sich, dass an Bildern nachträglich “rumgeschraubt” wurde.
Dabei stellen sich mir immer 3 Fragen:
- Soll das Foto überhaupt die Wirklichkeit darstellen, erhebt es also den Anspruch authentisch zu sein?
- Auch in der analogen Fotografie wurde beim Entwickeln noch an den Bildern geschraubt (Stichwort “crossen” oder “abwedeln/nachbelichten“). War / ist das dann authentischer als wenn man im PS noch schraubt?
- Sollte es den Fotografen überhaupt interessieren was man von seinen Bildern hält bzw. hat der Betrachter das Recht die Echtheit der Bilder zu kritisieren?
Zu 1.:
Ich denke, dass die wenigsten unter den Hobbyfotografen Dokumentationsfotografie betreiben. Falls doch, sollte man das Verändern der Bilder tunlichst unterlassen – hier will man schließlich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zeigen. Jede Änderung der Fotos würde schließlich zu einer Verfälschung der Tatsachen und damit zu einer Täuschung des Betrachters führen.
Bei meinen Fotos gehe ich auch soweit, Objekte zu entfernen und ich würde auch Objekte einbauen, wenn sie den Gesamteindruck unterstützen. Was aber bisher noch nicht vorgekommen ist
Solange die Bearbeitung zu dem Ziel führt was man mit einem Bild aussagen möchte ist sie meiner Meinung nach legitim.
Zu 2.:
Leider habe ich noch nie selbst Filme entwickelt, weswegen ich in diesem Bereich auch völlig unerfahren bin. Allerdings kann man auch auf Film retuschieren. Natürlich nicht in dem Ausmaß wie es in Photoshop möglich ist, aber es können grundlegende Veränderungen am Bild gemacht werden. Sind diese Bilder dann auch weniger authentisch?
Zu 3.:
Ich persönlich sehe meine Art der Fotografie als künstlerischen Ausgleich zum Alltag. Mich interessiert natürlich ob meine Bilder gefallen oder nicht. Einwände wieso eines meiner Bilder aber völlig gelbstichig ist und das ja nicht der Wirklichkeit entspräche beachte ich nur mit einem Lächeln.
Und die Moral von der Geschicht’:
Jeder sollte seine Bilder so verarbeiten wie sie ihm gefallen! Ob lila Himmel, gelbe Wiese oder grüne Wüste, es muss dir gefallen. Und niemandem sonst. Für mich persönlich sollte die Bildbearbeitung aber gut gemacht sein. Wenn also ein Bild aufgrund von Verfärbungen oder Tonwertkorrekturen an allen Ecken und Enden abreißt ist das schon ein Mangel.
In diesem Sinne – viel Spaß beim bearbeiten!






























100% agree
Ist eine Fotografie überhaupt authentisch? Sie zeigt ja nur einen mehr oder weniger großen Ausschnitt eines Augenblicks. Da die meisten von uns in Farben sehen, wäre ein Schwarzweiß-Bild schon unwirklich. Waren alle Bilder vor dem Farbfilm unwirklich? Und wie echt ist unsere Wirklichkeit überhaupt?
Der Fotograf darf sich dennoch einer gewissen Verantwortung bewusst sein. Grundsatz eines jeden Kreativ-Schaffenden sollte sein, seine Anhänger an etwas Gutes heranzuführen und sie nicht den mittelmäßigen Übeln auszusetzen, die sie aus ihrem Leben ohnehin schon gewohnt sind.